Goldpreis Bald Bei 4800 Dollar?

Der Westen wird unabhängig davon als kolonialer Ausbeuter und Täter gesehen, sodass auch Genitalverstümmelung verteidigt werden, weil man Angst hat, dass diese afrikanische Tradition durch die Dominanz des Westens ausgerottet werden könnte. Lebt Zusammenhalt nicht auch von Generationengerechtigkeit im Sinn, dass die Angst von Jugendlichen vor der Klimakatastrophe sehr ernst genommen werden muss? Sahra Wagenknecht: Natürlich muss man sich gegen Rassismus wehren. Und wo es einen Teufel gibt, muss es auch einen Gott geben. Schwangerschaft wurde mythisch erklärt, verantwortlich waren Dämonen oder Götter, denen man opfern musste, sollte es damit Kinderwunsch nicht zum Erfolg führen (auch heute noch beten ja Gläubige dazu an ihren Gott). Warum sich ein Gott überhaupt für Sexualität interessiert, haben wir in unserem letzten Buch erklärt. Sahra Wagenknecht hat auch gerade in neues Buch hiermit Titel „Die Selbstgerechten“ veröffentlicht. Die Identitätspolitik bläst solche Unterschiede zu unüberbrückbaren Trennlinien auf, die darüber entscheiden, wer worüber sprechen darf. Nun könnte man auch sagen, dass die Ausrichtung auf die Identitätspolitik etwa in den USA den Trumpismus gefördert hat, also den Widerstand der ärmeren weißen Schicht gegen die Bildungselite, die Sie auch kritisieren.

Diese „gesellschaftliche Struktur“, von welcher häufig die Rede ist, kann dann nur durch spezielle Methoden wie Antirassismus-Seminare überwunden werden oder indem man Weißen die Jobs wegnimmt. Matthias Katsch: Da es ein strukturelles Problem ist, nur so, dass die Struktur bedroht sein wird. Matthias Katsch: Das ist ein strukturelles Problem. Katsch ist zudem Opfer sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche und Mitbegründer der Betroffenen-Organisation Eckiger Tisch, Mertes ein an Aufklärung interessierter katholischer Amtsträger. Eine weitere Besonderheit ist, dass a fortiori Jungen betroffen sind, während im weltlichen Bereich Mädchen häufiger Opfer sexualisierter Gewalt werden. Laut einer Untersuchung in den Niederlanden wurden dort etwa 20.000 Kinder Opfer sexualisierter Gewalt durch katholische Kleriker. Die Jesuiten haben mehrere Jahrzehnte hindurch systematisch sexuelle und körperliche Gewalt gegen Kinder an den Schulen des Ordens vertuscht. Zudem tat sie in der Frankfurter Allgemein Zeitung (FAZ) ihr Erstaunen übern internen Umgang mit diesen Vorfällen kund: In den Akten des Ordens werde zwar „Fürsorge für Mitbrüder“ erkennbar, aber keine „Befassung neben anderen die Seelenlage der anvertrauten Kinder und Jugendlichen“.

Und das ist zwar formal das Erzbistum Köln, in Person aber Woelki, der tief eingebunden ist in die Strukturen, die dieses „System aus Schweigen, Geheimhaltung und Wildwuchs“, wie er es selber nennt, möglich gemacht hat. Mittels Eva habe der Teufel Adam zum Bösen verführt und damit die ganze Menschheit ins Unglück gestoßen – das ist für bereits lange der zentrale Herrschaftsmythos des Christentums gewesen und die Legitimation für Männer, Frauen zu kontrollieren und zu unterdrücken. Schließlich nennt schon Adam sie „Mutter alles Lebendigen“; sie ist deshalb für uns eine passende Verkörperung der Evolution, auch wenn’s bei dieser keine Ur-Eva gibt, sondern eben nur die „Evalution“, die schier endlose Abfolge von Evas. Natürlich müssen wir uns gegen Diskriminierungen wenden, etwa wenn Menschen aufgrund eines arabischen Namens bei der Bewerbung noch schlechtere Chancen haben. Schwarze sind hier relativ selten, weswegen wir Rassismus-Diskussionen eher über Migranten führen … Ein zweiter Punkt kommt hinzu: Fatal wirkte sich aus, dass der neue Monotheismus jener Sphäre angehört, die wir als Herrschaftsreligion beschreiben, also jener Religion von oben, die zuallererst dazu dient, Herrschern Legitimation zu spenden. Vieles, was wir beschreiben, ist aber unter Leuten dem Christentum vorbehalten. Aber die Frauen traf es systematisch und mit größter Härte.

Die Gretchenfrage ist, ob man die gemeinsamen Identitäten in den Vordergrund stellt, oder die, die spalten und den Unterschied von der Mehrheitsgesellschaft betonen – ob man also die Abstammung und die sexuelle Orientierung hervorhebt oder das, was Belegschaften und auch die große Mehrheit der Bevölkerung eint: Die Mehrheit Menschen müssen von ihrer Arbeit leben, profitieren von einem starken Sozialstaat, sind nicht reich. Judith Basad: Das ist gerade das Absurde daran: Dass sich solche Theorien wie die Critical Whiteness oder die Critical Race Theory an den Problemen der US-amerikanischen Gesellschaft orientieren, also an den Zuständen unauftrennbar Land, das einen viel höheren Anteil an Schwarzen, eine andere koloniale Vergangenheit et al. soziale Probleme hat als Deutschland. Träumen wir nicht alle von einer möglichst fairen Gesellschaft ohne Diskriminierungen? Das spaltet letztendlich die Gesellschaft. Damit kam das ins Rollen, was heute als „Missbrauchsskandal“ innerhalb der katholischen Kirche bekannt ist – wenngleich weder Matthias Katsch noch Klaus Mertes die Ersten waren, die öffentlich darüber sprachen. Matthias Katsch: Und damals waren auch die Jesuiten-Schulen reine Jungenschulen. Alle drei waren ehemals reine Jungenschulen und sind heute Gymnasien für Mädchen und Jungen. Meinen Sie nicht, dass E-Autos mehr mit den Grünen zusammenhängen als mit den jungen Leuten, die da auf die straße gehen und sich mit keiner Partei identifizieren?

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